| Warum funktioniert es bei anderen besser?
Sie haben schon den einen oder anderen Euro an der Börse gemacht. Sie haben auch den einen oder anderen Euro in Erfahrungen investiert. Sie haben Aktien verfolgt und studiert, Tipps von Freunden und Bekannten an der Börse umgesetzt, Strategien entwickelt und wieder verworfen. Nur, unter dem Strich, kann man das was sie taten, eher als ein kostspieliges Hobby bezeichnen, denn per Saldo haben sie eher verloren. Sicher es gab Phasen da wurde in wenigen Tagen mehrere hundert Prozent gemacht und man glaubte jetzt habe man es geschafft. Dann kamen die Tage als der ganze schöne Gewinn und noch mehr dazu wie Butter in der Sonne schmolz. Der Kurs wird sich schon wieder drehen, glaubte man, und kaufte sogar nach, der Kurs muss wieder drehen, glaubte man, und kaufte sogar noch mehr nach, aber der Kurs drehte nicht und als man dann lange genug zugesehen hatte und endlich die Qual vorbei war, da endlich, nur einen Tag später, drehte der Kurs, nur leider war man nicht mehr dabei ...
Getreu dem Motto "das ist nur ein vorübergehender Rückschritt" wurde das Projekt Börse jetzt wissenschaftlich verarbeitet. Man studierte autodidaktisch Indikatoren jeglicher coleur, Charts und hilfreiche Mathematik, zuletzt absolvierte man Seminare und Lehrgänge. Man fand sogar, für viel Geld, einen professionellen Handelssignalgeber dessen Performance bei sagenhaften Prozentsätzen lag. Jedenfalls deklarierten dies die glaubhaft gemachten Erfolge der letzten Monate. Nun stand dem Reichtum nichts mehr im Weg. Nach ersten Erfolgen kamen die Tage als der ganze schöne Gewinn und noch mehr dazu wie Butter in der Sonne schmolz...
Eines ist völlig klar. Jeder gewonnene Euro wird von jemand verloren. Jeder Käufer hat einen Verkäufer, wenn nicht, ist er ein Marktbeobachter und nimmt nicht am Handel teil. Steigt der Kurs gewinnt der Käufer, fällt er, der Verkäufer. Es ist unrealistisch zu glauben, dass man uneingeschränkt Gewinne erzielt. Auch die Besten verlieren an der Börse. Es ist ein ständiges "Geben" und "Nehmen", der Trick ist lediglich am Ende des Handelstages, -Woche, -Monats mehr "Nehmen" als "Geben" erzielt zu haben.
Faber est suae quisque fortunae - (Jeder ist seines Glückes Schmied)
Wenn sie bereits reproduzierbaren Erfolg an der Börse haben und ihren monetären Nutzen daraus ziehen, gehören sie mit absoluter Sicherheit zu dem kleinen elitären Personenkreis der weis wie es geht. Die überwiegende Mehrzahl der Börsenteilnehmer investiert Zeit, Nerven und vor allem Geld in diverse Märkte. Nicht umsonst heißt es, wohl nicht ganz ernst gemeint: Wie macht man an der Börse ein kleines Vermögen? In dem man ein großes mitbringt. Wenn Sie noch keinen reproduzierbaren Erfolg haben und bevor sie mehr Geld investieren als ihnen lieb ist, sollten sie bedenken, dass jeder erfolgreiche Spekulant eine Handelsstrategie verfolgt. Diese Handelsstrategie oder Tradingplan variiert von Markt zu Markt, hat aber immer ein Grundmuster:
- Kein blinder Aktionismus
- Risiko begrenze
- Gewinne laufen lassen
Man sollte sich immer vor Augen halten, dass man unmöglich alle Märkte handeln kann. Es sind zu viele. Man wird sich also auf einige wenige Märkte beschränken. Nur, was tun, wenn absolut nichts los ist, wenn die Märkte einige Punkte rauf und runter "tröpfeln"? Die Antwort ist einfach: Nichts. Oder wollen sie "die Zeche" zahlen? Man kann es nicht oft genug sagen: Der erfolgreiche Trader begrenzt grundsätzlich das Risiko.
Beispiel:
| Börsendepot |
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100.000 € |
| Risiko / Trade |
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2.000 € |
| Ertrag / Trade |
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4.000 € |
Zuerst definiert der Trader das Risiko pro Trade mit 2.000 €. Handelt er 10.000 Aktien darf er pro Aktie maximal 0,20 € ins Risiko setzten. Er vergleicht seine Kauf- und Verkaufsignale mit den Kursen der letzten Monate und stellt fest ob ein Risiko von 0,20 € ausreicht um ein Signal als falsch zu deklarieren und ob im positiven Fall mindestens 0,40 € verdient werden können. Er addiert die negativen mit den positiven Trades und weis danach ob das geplante Risiko im 1 zu 2 Risiko-/Gewinnverhältnis unter dem Strich lukrativ ist, oder nicht. Er probiert eventuell unterschiedliche Risikohöhen. Es macht keinen Sinn ein Risiko von (z.B.) 0,50 € einzugehen, wenn die Wahrscheinlichkeit 1 € zu verdienen quasi nicht gegeben ist. Natürlich muss die Quantität ebenfalls geändert werden. Ist ein Risiko von 0,40 € sinnvoll darf er maximal 5.000 Aktien handeln (5.000 * 0,40 = 2.000).
Wenn sie ein klar definiertes Risiko verwenden, und zwar immer, und zwar per Risikostopp, dann ist ihr Gewinn und ihr Verlust planbar. Sie sind nicht der erste Trader der genau auf der Linie mit Verlust glattstellt und sich anschließend "schwarz" ärgert, weil der Markt genau in die prognostizierte Richtung läuft. Daran ändert sich auch nichts, wenn man sein Risiko verändert. Es ist auch grundsätzlich falsch mit (z.B.) 0,20 € Risiko zu arbeiten und sofort nach Erreichen von 0,05 € mit einem kleinen Gewinn, den Markt zu verlassen. Sie müssten, um bei diesem Beispiel zu bleiben, mindestens 5-mal den Markt richtig treffen, damit einmal ein Risiko verkraftbar wäre.
Planen sie klare Zwischenergebnisse und ändern sie diese nicht jedes Mal, nur weil es gerade "daneben ging". Verläuft der Markt positiv und hat (z.B.) bereits 0,10 € plus dann- wird das Risikostopp von 0,20 € auf 0,10 € "nachgezogen" verläuft der Markt weiterhin positiv und erreicht 0,20 € plus -dann- wird das Risikostopp von jetzt 0,10 € auf 0,00 € Risiko "nachgezogen" usw. Nehmen Sie ab dem Mindestertrag von 0,40 € ruhig einige Positionen aus dem Markt und sichern somit den erreichten Verdienst, lassen sie die übrigen Positionen "laufen".
Denken Sie immer daran:
| Risiko begrenzen |
...der erste Verlust ist der kleinste ... |
| Gewinne laufen lassen |
Trailing Stopp - Stopp nachziehen |
Alle o. a. Kurswerte (0,20 €, etc.) sind Beispiele. Das Verhältnis von 1 Risiko und mindestens 2 Gewinn sollte aber immer berücksichtigt werden. Wir möchten unbedingt darauf hinweisen, dass unsere Darstellung einer Handelsstrategie, eine von vielen möglichen ist und keine Erfolgsgarantie begründet. Eine Handelsstrategie wird lediglich ihre Aussicht auf Erfolg erhöhen. Eine Aufforderung zum Handeln kann daraus nicht abgeleitet werden.
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